Ein Stück geschenkte Lebensfreude

 

Wenn die Zeiten hart und gefährlich sind, dann entstehen Bilder, die den Menschen Mut machen. Sowar es jedenfalls offenbar Anfang des 15. Jahrhunderts, als das Bild „Das Paradiesgärtlein“ von der Hand eines unbekannten Meisters entstand. In einer musikalisch umrahmten Bildbetrachtung in der Kleinen Kirche in Niederrad entführte Pfarrer David Schnell von der Stadtkirchenarbeit Museumsufer Frankfurt die Besucher in die ferne Welt der Renaissance und erläuterte die Inhalte dieses Kleinods, dessen Original im Frankfurter Städel hängt – ein ummauerter paradiesischer Garten mit der Himmelskönigin Maria im Zentrum.

Die Bildbetrachtung war Teil der Reihe Kunst und Musik in der Kleinen Kirche. Veranstalter war die Diakonische Bürgerstiftung in Niederrad, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, hilfsbedürftigen alten oder kranken Menschen in Niederrad diakonische Unterstützung zu gewähren sowie die stadtteilorientierte Seniorenarbeit durch interessante Veranstaltungen zu fördern. Gegründet wurde die kirchliche Stiftung 2009, sie ist inzwischen also fast drei Jahre alt. „Das Kind kann inzwischen gut laufen und ein bisschen sprechen“, sagte Pfarrerin Angelika Detrez, die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, in einem kleinen Rückblick zu Beginn der Veranstaltung.

Aus dem Grundstock von 15.000 Euro seien in den vergangenen Jahren gut 125.000 Euro Stiftungskapital geworden. Mit den Erträgen aus diesem Kapital und aus Spenden könne die Stiftung im Stadtteil Lebensfreude schenken – indem sie zum Beispiel Senioren, die nur wenig Rente haben, die Teilnahme an Veranstaltungen für Senioren ermöglicht. Der Kirchenvorstand, so Detrez weiter, habe eine Stiftung gegründet, die anknüpfe an das soziale Netz, das bereits in Niederrad besteht. Dazu gehöre auch das bürgerschaftliche Engagement für alte Menschen und für generationen-übergreifende Projekte im Regenbogenhaus.

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten die Tomoko Nagamine und Kirchenmusiker Hans Joachim Schulze in der ungewöhnlichen, aber reizvollen Kombination Kontrabass und Klavier. Sie spielten die Sonate Nr. 2 D-Dur von Johann Sebastian Bach und ein Intermezzo von Reinhold Glière.

Hauke Gerlof